Hochtemperatur-Wärmepumpen für ungedämmte Altbauten

Altbauten ohne moderne Dämmung stellen besondere Anforderungen an Heizsysteme. Während herkömmliche Wärmepumpen bei niedrigen Vorlauftemperaturen optimal arbeiten, benötigen schlecht gedämmte Gebäude oft höhere Heiztemperaturen. Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten hier eine innovative Lösung, die auch bei ungünstigen baulichen Voraussetzungen eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellt.

Hochtemperatur-Wärmepumpen für ungedämmte Altbauten Image by Alina Kuptsova from Pixabay

Was sind Hochtemperatur-Wärmepumpen für ungedämmte Altbauten?

Hochtemperatur-Wärmepumpen sind speziell entwickelte Heizsysteme, die Vorlauftemperaturen von bis zu 75°C erreichen können. Im Gegensatz zu Standard-Wärmepumpen, die bei 35-55°C optimal arbeiten, sind diese Geräte darauf ausgelegt, auch in schlecht gedämmten Gebäuden effizient zu heizen. Sie nutzen fortschrittliche Kältemitteltechnologien und mehrstufige Verdichtungsprozesse, um auch bei hohen Temperaturdifferenzen wirtschaftlich zu arbeiten.

Effiziente Lösungen mit Hochtemperatur-Wärmepumpen für Altbauten

Die Effizienz moderner Hochtemperatur-Wärmepumpen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Aktuelle Modelle erreichen auch bei 65°C Vorlauftemperatur noch Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 3,5. Diese Werte bedeuten, dass aus einer Kilowattstunde Strom 2,5 bis 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Besonders effizient arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Inverter-Technologie, die ihre Leistung stufenlos an den Wärmebedarf anpassen.

Sind Hochtemperatur-Wärmepumpen eine Option für Altbauten ohne Dämmung?

Für viele Altbaubesitzer stellen Hochtemperatur-Wärmepumpen eine praktikable Alternative dar, wenn umfassende Dämmmaßnahmen nicht möglich oder wirtschaftlich sind. Sie können bestehende Heizkörper weiterverwenden und erfordern keine aufwendigen Umbauten am Heizsystem. Allerdings sollte eine fachkundige Analyse des Gebäudes und der bestehenden Heizungsanlage erfolgen, um die optimale Systemauslegung zu bestimmen.

Technische Voraussetzungen und Installation

Die Installation einer Hochtemperatur-Wärmepumpe erfordert verschiedene technische Voraussetzungen. Der Stromanschluss muss ausreichend dimensioniert sein, da diese Systeme höhere elektrische Leistungen benötigen. Bei Luft-Wasser-Systemen ist ein geeigneter Aufstellplatz für die Außeneinheit erforderlich, der Mindestabstände zu Nachbargrundstücken einhält. Die hydraulische Einbindung sollte einen Pufferspeicher vorsehen, um die Effizienz zu optimieren und Takten zu vermeiden.

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Überblick

Die Anschaffungskosten für Hochtemperatur-Wärmepumpen liegen typischerweise zwischen 15.000 und 25.000 Euro für Ein- bis Zweifamilienhäuser. Hinzu kommen Installationskosten von 3.000 bis 8.000 Euro, abhängig vom Aufwand der hydraulischen Einbindung. Die Betriebskosten hängen stark vom Strompreis und der Gebäudeeffizienz ab, liegen aber meist unter denen einer Ölheizung.


Anbieter Modelltyp Vorlauftemperatur Kostenschätzung
Viessmann Vitocal 200-S bis 70°C 18.000-22.000€
Daikin Altherma 3 H HT bis 70°C 16.000-20.000€
Mitsubishi Ecodan PUHZ-SHW bis 60°C 15.000-19.000€
Panasonic Aquarea T-CAP bis 65°C 17.000-21.000€

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich aber im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherchen werden vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.

Fördermöglichkeiten und staatliche Unterstützung

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt den Einbau von Wärmepumpen mit bis zu 40% der förderfähigen Kosten. Hochtemperatur-Wärmepumpen sind förderfähig, wenn sie bestimmte Effizienzkriterien erfüllen. Zusätzlich können regionale Förderprogramme der Länder und Kommunen weitere finanzielle Unterstützung bieten. Ein hydraulischer Abgleich und die Optimierung der Heizkurve sind oft Fördervoraussetzungen.

Hochtemperatur-Wärmepumpen stellen eine zukunftsfähige Heizlösung für Altbauten dar, die den Übergang zu erneuerbaren Energien auch ohne umfassende Gebäudesanierung ermöglichen. Die Technologie entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird durch staatliche Förderung unterstützt, wodurch sie für viele Hausbesitzer eine attraktive Option zur Modernisierung ihrer Heizungsanlage darstellt.