Erfahren Sie alles über schraubenlose Zahnimplantate und ihre Kosten

Schraubenlose Zahnimplantate sind für viele Menschen ein spannendes Thema, weil sie oft mit weniger sichtbaren Befestigungen und einem vereinfachten Handling in Verbindung gebracht werden. Doch was bedeutet „schraubenlos“ in der Implantologie tatsächlich, wie funktionieren solche Systeme im Alltag – und mit welchen Kosten ist in Deutschland realistisch zu rechnen?

Erfahren Sie alles über schraubenlose Zahnimplantate und ihre Kosten

Wer sich mit „schraubenlosen Zahnimplantaten“ beschäftigt, stößt schnell auf unterschiedliche Bedeutungen des Begriffs. In der Praxis geht es meist nicht darum, dass ein Implantat ohne jede Schraubbewegung in den Kiefer eingebracht wird, sondern um schraubenfreie Verbindungen oder Befestigungen im oberen Teil: etwa zwischen Implantat und Aufbau (Abutment) oder bei der Fixierung der Krone. Ein genauer Blick hilft, Erwartungen und Kosten realistisch einzuordnen.

Entdecken Sie, wie schraubenlose Zahnimplantate funktionieren und welche Preise zu erwarten sind

Bei klassischen Implantaten wird ein Implantatkörper (meist Titan oder Keramik) im Kieferknochen verankert. Der „schraubenlose“ Aspekt bezieht sich häufig auf das Verbindungskonzept oberhalb des Knochens: Manche Systeme arbeiten mit konischen Steck- oder Klemmverbindungen (Friction-Fit/Locking-Taper), bei denen Abutment und Implantat durch präzise Passung und Reibschluss stabil zusammenhalten. Andere Versorgungen sind „schraubenlos“, weil die Krone nicht verschraubt, sondern zementiert oder geklebt wird.

Für Patientinnen und Patienten hat das praktische Auswirkungen: Bei verschraubten Kronen gibt es typischerweise ein kleines Zugangsloch, das mit Füllmaterial verschlossen wird; bei zementierten Kronen ist diese Öffnung nicht nötig, dafür muss der Zementrand sehr sauber verarbeitet werden, um das Zahnfleisch nicht zu reizen. Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von der Position im Mund, der Bisssituation, ästhetischen Anforderungen und der Wartungsfreundlichkeit (Reparaturen/Entfernung) ab.

Informieren Sie sich über die Vorteile schraubenloser Zahnimplantate und was sie kosten

Als Vorteile werden schraubenfreie Verbindungen häufig mit einer unauffälligen Ästhetik (kein Schraubenkanal in der Krone), einem potenziell reduzierten Risiko von Schraubenlockerungen und einem „ruhigeren“ Belastungsverhalten bei passgenauer Konusverbindung in Verbindung gebracht. In der Realität gilt aber: Entscheidend sind Planung, Präzision der Umsetzung und Nachsorge – nicht allein das Etikett „schraubenlos“.

Wichtig ist auch die Kehrseite: Zementierte Kronen können bei überschüssigem Zement Entzündungen rund um das Implantat begünstigen, wenn nicht sehr sorgfältig gearbeitet wird. Schraubenfreie Steckverbindungen sind technisch anspruchsvoll und nicht bei jeder Situation die erste Wahl. Und: Nicht jede „Alternative“ zum klassischen Verschrauben ist automatisch eine Alternative zum Implantat insgesamt. Wer Implantate grundsätzlich vermeiden möchte (zum Beispiel aus medizinischen Gründen), kann je nach Ausgangslage mit Brücken, Teilprothesen oder Totalprothesen versorgt werden; diese Optionen unterscheiden sich aber in Tragegefühl, Knochenbelastung und Langzeitpflege.

Erfahren Sie mehr über schraubenlose Zahnimplantate und deren Kosten.

In Deutschland setzen sich die Gesamtkosten für eine Implantatversorgung typischerweise aus Diagnostik/Planung, chirurgischem Eingriff, Implantatsystem, Aufbau (Abutment), Zahnersatz (Krone/Brücke), Laborleistungen sowie Nachsorge zusammen. Ob eine Versorgung „schraubenlos“ umgesetzt wird, beeinflusst die Kosten oft indirekt (über Komponenten, Laboraufwand und Zeit) und ist stark vom konkreten System und der gewählten Prothetik abhängig. Zur Einordnung helfen Beispiele etablierter Hersteller und Systemfamilien, die in Praxen und Kliniken eingesetzt werden.


Product/Service Provider Cost Estimation
Implantatsystem (Premium-Segment) Straumann Gesamtversorgung pro Implantat inkl. Krone häufig grob ca. 2.500–4.500 EUR (je nach Aufwand)
Implantatsystem (Premium-Segment) Nobel Biocare Gesamtversorgung pro Implantat inkl. Krone häufig grob ca. 2.500–4.500 EUR (je nach Aufwand)
Implantatsystem (weit verbreitet) Dentsply Sirona (Astra Tech) Gesamtversorgung pro Implantat inkl. Krone häufig grob ca. 2.300–4.200 EUR (je nach Aufwand)
Implantatsystem (DACH-Markt stark) Camlog Gesamtversorgung pro Implantat inkl. Krone häufig grob ca. 2.200–4.000 EUR (je nach Aufwand)
Schraubenfreie Konusverbindung (Locking Taper) Bicon Gesamtversorgung pro Implantat inkl. Krone häufig grob ca. 2.300–4.300 EUR (je nach Aufwand)

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

Im Alltag schwanken Preise vor allem durch zusätzliche Maßnahmen: Knochenaufbau (Augmentation), Sinuslift, Entfernung von Zähnen, provisorische Versorgung, 3D-Diagnostik (z. B. DVT), die Anzahl der Implantate sowie Material- und Laborwahl (z. B. Zirkon vs. Metallkeramik). Auch der Befund des Zahnfleischs und das Risiko einer Periimplantitis beeinflussen den Behandlungsplan und damit den Aufwand. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel befundbezogene Festzuschüsse für Zahnersatz; der implantologische Anteil ist häufig privat zu tragen, während private Versicherungen oder Zusatzversicherungen je nach Tarif unterschiedlich erstatten.

Um eine „schraubenlose“ Option sinnvoll zu bewerten, lohnt es sich, im Beratungsgespräch präzise nachzufragen: Bezieht sich „schraubenlos“ auf die Verbindung Implantat–Abutment, auf die Befestigung der Krone oder auf beides? Wie wird die Reinigungsfähigkeit sichergestellt, wie lösbar ist die Versorgung bei Reparaturen, und welches Risiko besteht für Zementreste? Ebenso wichtig: Welche Alternativen kommen infrage, falls ein Implantat aus medizinischen, anatomischen oder finanziellen Gründen nicht passt (z. B. Brücke, herausnehmbarer Zahnersatz) und welche Vor- und Nachteile ergeben sich im konkreten Fall.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Bitte wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachkraft, um eine persönliche Beratung und Behandlung zu erhalten.

Unterm Strich sind „schraubenlose Zahnimplantate“ kein einheitliches Produkt, sondern meist eine Beschreibung der prothetischen Verbindung und Befestigung. Ob das Konzept Vorteile bringt, hängt stark von Indikation, handwerklicher Präzision und Nachsorge ab. Wer Funktion, Wartungsfreundlichkeit, Ästhetik und Kosten gemeinsam betrachtet, kann mit der behandelnden Praxis eine Lösung wählen, die zur individuellen Mundsituation und zum Budget passt.